Dermato-Chirurgie und Dermato-Onkologie

Oft erkennen wir bösartige Tumoren der Haut während der Hautkrebsvorsorge. Manchmal werden sie auch zufällig von Patienten oder ihren Angehörigen bemerkt. Früh erkannt, können diese Tumoren meist unkompliziert behandelt und die Patienten damit geheilt werden.

Heller Hautkrebs

Frühe Formen des „hellen Hautkrebses“, die sogenannten aktinischen Keratosen (AK), können durch topische Arzneimittel-gestützte Verfahren d.h. Lösungen, Gele oder Cremes oder ablative Verfahren behandelt werden. Während die ablativen Verfahren meist läsionsgerichtet sind, lassen sich mit Arzneimitteln auch eine Feldkanzerisierung gut behandeln. Die Feldkanzerisierung umfasst ein Hautareal mit mehreren aktinischen Keratosen umgeben von sichtbaren UV-bedingten Hautschäden. Zu den ablativen Verfahren gehören unter anderem Shave-Exzisionen und ablative Laserverfahren wie das Abtragen mittels CO2-Laser. Bei den topischen Arzneimittel-gestützten Verfahren handelt es sich im Allgemeinen um eines der folgenden Arzneimittel:

1. Diclofenac-Natrium 3% in Hyaluronsäure 2,5% Gel
2. 5-Fluorouracil 5% oder 5-Fluorouracil 0,5% mit Salicylsäure 10%
3. Imiquimod 5% oder 3,75%

Photodynamische Therapie

Die Photodynamische Therapie ist eine besondere Form eines topischen Arzneimittel-gestützten Verfahrens, da zunächst das Arzneimittel aus einem Trägergel von den schnellwachsenden Krebszellen der lichtgeschädigten Haut aufgenommen und anschließend durch die Bestrahlung mit einer modernen Rotlichtquelle aktiviert werden, wodurch es selektiv zu einer Zerstörung der Hautkrebszellen kommt. Mit der PDT können hervorragend einzelne Läsionen, aber auch eine Feldkanzerisierung behandelt werden. Dazu können Sie hier mehr erfahren.

Behandlung

Die Wahl einer geeigneten Behandlung hängt von patienten-, läsions- und therapiespezifischen Faktoren ab. Neben den Patientenfaktoren wie beispielsweise Alter, Erkrankungen und Medikamente sowie Patientenpräferenzen müssen insbesondere die läsionsbezogenen Aspekten wie die Anzahl von AK, deren Lokalisation (beispielsweise im Gesicht vs. Stamm), klinische Beschaffenheit (Einteilung nach Olsen, Grad der Verhornung) sowie die Größe des betroffenen Feldes berücksichtigt werden.

Aktinische Keratosen können gut behandelt, aber meist nicht endgültig geheilt werden, da es sich ursächlich um eine UV-bedingte DNA Veränderung der Basalzellschicht handelt. Ziel der Behandlung ist, den Übergang in ein invasiv wachsenden Tumor zu verhindern.

Die Therapie der Wahl des invasiv wachsenden Hautkrebses ist die Dermato-Chirurgie, durch die die Betroffenen zumeist geheilt werden können. Auffällige pigmentierte Hautflecken sollten immer genau analysiert und im Zweifel herausgeschnitten werden. Unabhängig dessen ob es sich um eine pigmentierte oder nicht-pigmentierte krebsverdächtige Hautveränderung handelt, wird das Exzidat d.h. das herausgeschnittene Stück Haut feingeweblich untersucht, um einerseits die Diagnose zu bestätigen und andererseits sicherzustellen, dass alle Schnittränder tumorfrei sind. Handelt es sich um einen schwarzen oder einen hellen Hautkrebs so wird ggf. mit einem leitliniengerechten Sicherheitsabstand (SA) nachgeschnitten. Der Goldstandard der Hautkrebstherapie in sogenannten schwierigen Lokalisationen (z.B. Gesicht, Hände und Füße usw.) ist die mikrografisch-kontrollierte Chirurgie (MKC). Der Tumor wird mit einem kleinen SA (1-2 mm) herausgeschnitten und mit einem Faden markiert. Zur Seite und zur Tiefe wird das Exzidat lückenlos feingeweblich untersucht in der sogenannten 3D-Histologie. Dieses Verfahren ermöglicht daskosmetisch günstigste Ergebnis durch minimalinvasive Chirurgie und mit dem geringsten Risiko für ein Rezidiv.

Unser Schwerpunkt

Die Hautkrebsvorsorge bzw. -früherkennung sowie die Dermato-Onkologie und vor allem die Dermato-Chirurgie sind Schwerpunkte unserer Hautarztpraxis! Wir bieten eine erweiterte Hautkrebsvorsorge an: 1) die Dokumentation und Analyse aller Hautveränderungen mit dem Total Body Mapping des ATBM Master von Fotofinder und 2) die Früherkennung von HPV16-assoziierten Rachen- und anogenitalen Karzinomen mit dem Prevo-Check von Abviris.

Das Risiko für das Auftreten eines Zweitkarzinom ist statistisch erhöht. Auch neigen bestimmte Varianten des „hellen Hautkrebses“ als auch fortgeschrittene schwarze Hautkrebse zu Rezidiven und eventuell auch zu Metastasen an der Haut oder anderen Organen. Deswegen sind wir selbstverständlich auch nach dem Herausschneiden für Sie da und betreuen Sie im Rahmen der Nachsorge und weitereHautkrebsfrüherkennung. Das entsprechende Vorgehen vereinbaren wir mit Ihnen bei der Befundbesprechung.

CV Spotlight

Dr. Siddi hat einen wichtigen Schwerpunkt im Bereich der Dermato-Chirurgie. Sie war jahrelang zuletzt auch in der Funktion als Oberärztin in der Hautklinik der Charite am Campis Mitte und Benjamin Franklin tätig, wo sie schwerpunktmäßig das gesamten Spektrum der Dermato-Chirurgie abgedeckt und bösartige Hauttumoren behandelt hat.

Häufige Fragen

Was muss ich bei der Einnahmen von „Blutverdünner“ beachten?

Oft werden wir gefragt, ob Medikamente zur Blutverdünnung abgesetzt bzw. pausiert oder umgestellt werden müssen, bevor ein operativer Eingriff an der Haut durchgeführt werden kann. In den meisten Fällen ist das nicht notwendig und es gilt immer: „Herz (bzw. Lunge oder Gehirn) sticht Haut“, d.h. dass der Schutz des Herzens, der Lunge und des Gehirns vor einem thrombembolischen Ereignis immer wichtiger ist, als das Risiko einer Hautblutung oder der Mehraufwand bei der Blutstillung.

Wir möchten daher im Folgenden ein paar Fragen beantworten, die sich Patienten, die Medikamente einnehmen, vor einer Operation an der Haut stellen könnten. In Anlehnung an die AWMF Leitlinie empfehlen wir für die in Deutschland am häufigsten gerinnungshemmende Medikamente die Beachtung der folgenden Punkte:

Vitamin K-Antagonisten
Phenprocoumon = Marcumar

  • Bei operativen Eingriffen an der Haut mit höherem Blutungsrisiko (siehe F&A) und einer positiven Blutungsanamnese (häufiges Nasenbluten, Neigung zu blauen Flecken) sollte präoperativ d.h. vor dem chirurgischen Eingriff eine Bestimmung des INR erfolgen. Bitte sprechen Sie dafür Ihren Hausarzt an.
  • Wenn bei dem oben geschilderten Fall der INR oberhalb des therapeutischen Bereichts liegt, sollte eine Operation NICHT durchgeführt werden.
  • Eine Umstellung von Marcumar auf Heparin wegen einer Operation am Hautorgan sollte NICHT erfolgen.

Direkt wirkende Antikoagulantien (DOAK)

  • direkte Thrombininhibitoren
  • direkte Faktor Xa-Inhibitoren
  • (in)direkte Faktor Xa-Inhibitoren

z.B. Dabigatran, Argatroban
z.B. Apixaban, Edoxaban
z.B. Fondaparinux

  • Die letzte Einnahme einer Medikation mit DOAK sollte 24 h präoperativ erfolgen.
  • Die Wiederaufnahme der Medikation mit DOAK sollte frühestens 1 h postoperativ erfolgen

COX Hemmer, irreversibel
Acetylsalicylsäure / ASS

  1. Bei Eingriffen an der Haut soll eine medizinisch notwendige Medikation mit Acetylsalicylsäure weitergeführt werden.
  2. Bei einer höher dosierten Einnahme (>500mg ASS) innerhalb der letzten 72 h präoperativ sollte erwogen werden, einen elektiven Eingriff an der Haut mit hohem Blutungsrisiko zu verschieben.

ADP Rezeptor Antagonisten
z.B. Clopidogrel

  • In der Regel besteht eine absolute Indikation zur Fortführung einer kardiovaskulär protektiven Medikation mit Clopidogrel.
  • Eine Veränderung der Medikation bei Eingriffen an der Haut sollte daher schon auf Grund der Grunderkrankung nicht erfolgen.

Was ist der helle Hautkrebs?

Im Grunde gibt es nicht DEN hellen Hautkrebs. Der Begriff „helle Hautkrebs“ steht für die Gruppe bösartiger Hauttumoren, die sich vom sogenannten schwarzen Hautkrebs abgrenzen lassen und von den sogenannten Epithelzellen der Haut ausgehen. Deswegen wird auch zunehmend vom nicht-melanozytären Hautkrebs gesprochen. Die häufigsten Hautkrebsarten dieser Gruppe sind das Basalzellkarzinom, gefolgt von dem Plattenepithelkarzinom sowie dessen Frühformen, der aktinischen Keratose und dem Morbus Bowen. Andere Tumoren dieser Gruppe gehen von verschiedenen Hautbestandteilen aus wie beispielsweise die Sarkome (Bindegewebe der Haut), Angiosarkome (Hautgefäße) und Merkelzell-Karzinome (spezialisierte Zellsysteme der Haut).

Was ist der schwarze Hautkrebs?

Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist ein Hautkrebs der von den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten, ausgeht. Früh erkannt, ist das Melanom gut behandel- und meist auch heilbar. Fortgeschrittene Melanome müssen meist mit einer gezielten Immuntherapie behandelt werden. Diese Therapien sollten in einem spezialisierten Hautkrebszentrum erfolgen. Wir sind auf die Früherkennung und operative Behandlung maligner Melanome spezialisiert und pflegen gute Kontakte zu entsprechenden Hautkrebszentren.

Womit muss ich während und danach rechnen, wenn ich an der Haut operiert werde?

Eine Auswahl der möglicher Folgen oder Komplikationen können Sie dieser Auflistung entnehmen.

  • Schmerzen durch die örtliche Betäubung (nur für wenige Sekunden und meist wenig belastend)
  • Wundschmerzen nach der OP
  • Blutungen und ggf. Nachblutung insbesondere bei Einnahme von Blutverdünnern
  • Schürfwunde und Krustenbildung bei einem ablativen Verfahren
  • Pigmentstörungen mit Hyper– und Hypopigmentierungen
  • Wundinfektion und Wundheilungsstörungen
  • Narbenbildung, auch Narbenverbreiterung
  • selten überschießende Narbenbildung und Keloide bei individueller Neigung
  • selten Nervenverletzungen (sensible Fasern mit oft vorübergehendem Taubheitsgefühl im Bereich der Narbe, sehr selten Schädigung motorischer Nervenfasern mit Verlust motorischer Funktionen)  

Postoperatives Verhalten: Worauf muss ich nach dem operativen Eingriff achten?

Sport und körperliche Belastung sowie Sauna / Hamam sollen für mindestens zwei bis vier Wochen nach einer OP gemieden werden. Die OP Wunde soll trocken bleiben bis zum Fadenzug. Ein UV Schutz ist fürcirca 4-8 Wochen ratsam. Rauchen und Alkoholkonsum können zu Wundheilungsstörungen führen.

Welche Eingriffe gehen mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher?

Zu den operativen Eingriffen mit einem höheren Blutungsrisiko zählen beispielsweise Eingriffe an stark durchbluteten Gewebe im Kopf- und Halsbereich, großflächige mehrzeitige oder ablative Eingriffe und schichtübergreifende Eingriffe z.B. bis zur Knochenhaut oder zum Knorpelgewebe. Nichtsdestotrotz müssen die meisten blutverdünnenden Medikamente nicht pausiert werden!

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