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Akne inversa

Akne inversa (AI, auch Hidradenitis suppurativa (HS) genannt) ist eine chronische Hauterkrankung. Charakteristischerweise treten Entzündungen an behaarten Hautpartien, insbesondere den Achselhöhlen und der Leistengegend auf, können aber auch an anderen Körperstellen wie beispielsweise Gesäß, Oberschenkelinnenseiten und der weiblichen Brust als auch im Bereich der Ohren auftreten. Die entzündliche Haut ist häufig geprägt durch die Ausbildung von erbsengroßen Knoten, Abszessen (abgekapselte Eiteransammlungen im Gewebe), Fisteln (entzündete röhrenförmige Gänge) und letztendlich Vernarbungen.

Medizinische Hintergründe & Indikationen

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass die typischen Hautveränderungen der Akne inversa am ehesten Folge einer Verstopfung des Haarwurzelkanals und einer Fehlleitung des Immunsystems sind. Es kommt folglich zu einer chronischen Entzündung der Haarwurzeln (Follikulitis) mit Zerstörung der Terminalhaarfollikel und konsekutiv einer Entzündung der apokrinen Schweißdrüsen. Sicher ist, dass die Erkrankung nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat. Eine Reihe von Risikofaktoren können zur Entstehung von Akne inversa beitragen bzw. diese begünstigen: Rauchen, Schwitzen, Adipositas, metabolisches Syndrom, irritierende Kleidung, regelmäßiges Rasieren als auch depilierende Produkte.
Schon gewusst? Über 90% der betroffenen Patienten sind (Ex-)Raucher oder Passivraucher!

Oft kommt es zum Auftreten weiterer allergisch bedingter Erkrankungen wie dem allergischen Asthma und allergischer Rhinokonjunktivitis sowie Kontakt- und Nahrungsmittelallergien, die ebenfalls zu einen Schub der Neurodermitis führen können. Das Auftreten und auch die Schwere einiger Autoimmunerkrankungen ist bei Neurodermitis erhöht. Dazu gehören zum Beispiel die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Alopecia areata (kreisrunde Haarausfall). Psychosomatische Komorbiditäten treten ebenfalls gehäuft auf.

Erscheinungsbilder

Das klinische Bild der Akne inversa variiert mit der Schwere der Entzündung. Während bei leichteren Formen kleinere Knoten und einzelne Abszesse auftreten, sind wiederkehrende Abszesse und Fistelbildung typisch für schwere Formen der Erkrankung. Die Akne inversa ist oft sehr schmerzhaft und unangenehm. Die Erkrankung führt häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität mit Schamgefühlen und Stigmatisierung.

Auftreten

Akne inversa ist eine Erkrankung des frühen Erwachsenenalters, kann jedoch in jedem Alter auftreten mit abnehmender Häufigkeit ab 55 Jahren. In Westeuropa sind schätzungsweise 1 % der Menschen an Akne inversa erkrankt, wobei anzunehmen ist, dass die Erkrankung noch häufiger vorkommt. Während Frauen vermutlich bis zu fünfmal häufiger betroffen sind, erkranken Männer häufiger an einer schweren Form der Erkrankung. Die Beschwerden sind variable und können immer wieder auftreten. Damit bleibende Probleme und Beschwerden beispielsweise durch Vernarbungen verhindert werden, ist eine frühzeitige Diagnose und adäquate Behandlung wichtig. Der richtige Ansprechpartner dafür ist der Hautarzt.

Behandlung

Im Verlauf der Erkrankung können Komplikationen auftreten. Dazu gehören unter anderem die folgenden: Kontrakturen der Haut mit Bewegungseinschränkung in Schulter- und Hüftgelenken, anhaltende Schwellungen der äußeren Genitalien, tiefe Fisteln in der Perianalregion mit Infiltration des Enddarmes, Fisteln an Harnleitern und in der Genitalregion. Selten sind septische Verläufe.

Die Therapie der Akne inversa unterscheidet sich in Abhängigkeit des Schweregrades der Erkrankung (siehe F&A) und der Einschränkung der Lebensqualität für den Patienten. Im Allgemeinen gilt, dass auch nach Abheilung die betroffenen Areale mit desinfizierenden Mitteln behandelt werden sollte. Wichtig ist auch, dass das Tragen von eng anliegender Kleidung vermieden werden sollte. Deo-Roller und Stifte sollten weitgehend gemieden werden. Lösung und Gele mit 15-20% alkoholischem Aluminiumchlorid-Hexahydrat können von Vorteil sein.

Behandlung Grad I

  • frühe unkomplizierte AI

  • desinfizierende und / oder antibiotische Lokaltherapie der betroffenen Areale

  • Abszessspaltungen bei Fluktuation, ggf. mit Systemantibiose mit Doxycyclin

Behandlung Grad II

  • Therapie der Wahl ist die operative Therapie
  • Wenn möglich radikale operative Sanierung der entzündlichen Areale

Behandlung Grad III

  • schwere, flächenhafte AI

  • Mittel der Wahl: radikales Herausschneiden (Exzision) des Entzündungsfeldes mit sekundärer Wundheilung („offen lassen“)

  • ggf. zuvor Systemtherapie mit Clindamycin, Doxycyclin / Minozyclin, Isotretinoin

Weitere behandlungsmöglichkeiten

Systemtherapie

Die Systemtherapie mit Adalimumb (aTNF-Therapie) stellt eine relativ neue und meist sehr effektive Behandlung der Akne inversa dar, insbesondere dann, wenn eine operative Therapie nicht oder aufgrund der Größe noch nicht möglich ist. Da die Behandlung mit Adalimumab sehr kostenintensiv ist, gibt es klare Angaben, wann die Behandlung zu Kosten der Krankenversicherungen durchgeführt werden darf.

Behandlung mit Haarlaser

Es gibt gute Hinweise, dass die Behandlung der Akne inversa mit einem Haarlaser effektiv ist. Da im wesentlichen die Entzündung der Haarwurzeln den Entzündungsprozess bei der Akne inversa begünstigen, ist es naheliegend, dass die gezielte und therapeutisch erwünschte Zerstörung der Haarwurzeln eine entsprechende Entzündung unterbindet.

Behandlung mit Diodenlaser

Wir bieten die Behandlung der Akne inversa bzw. die dauerhafte Haarentfernung mit dem Hochleistungs-Diodenlaser MeDioStar NeXTPro an. Nach bereits sechs Behandlungen kommt es zu einer Reduktion der Haarwurzeln um 80% und folglich zu einer deutlichen Besserung oder sogar zum Abklingen des Entzündungsgeschehens. Bitte sprechen Sie uns an, wir beraten Sie dazu gerne.

Häufige Fragen Akne inversa

Gibt es unterschiedliche Schweregrade der Erkrankung?

Es existieren mittlerweile verschiedene Beurteilungssysteme zur Bestimmung des Schweregrades der Akne inversa. Je nach klinischer Ausprägung werden nach Hurley 3 Schweregrade unterschieden:

  • Grad I: Isolierte, einzelne oder multiple schmerzhafte Abszesse, keine Narbenstränge.
  • Grad II: Rezidivierende schmerzhafte Abszesse mit Strangbildungen und Vernarbungen, einzeln oder multipel, aber nicht flächenhaft.
  • Grad III: Diffuse, plattenartige, entzündliche, schmerzhafte Infiltrationen, oder multiple miteinander verbundene Stränge und Abszesse. Gefahr der Gelenkkontrakturen infolge schmerzbedingter Bewegungseinschränkung.

Wie kommt es zur Entstehung der Akne inversa?

Eine Entzündung des Haarbalgs (Haarfollikels) führt zur Entstehung der Hautveränderungen bei Akne inversa. Der Haarbalg ist die Struktur, die die Haarwurzel umschließt und das Haar in der Haut verankert. Haare sind Hautanhangsgebilde aus Keratin und werden in den Haarwurzeln gebildet.

Bei Akne inversa kommt es zu einer Verstopfung des Haarwurzelkanals und infolgedessen zu einer Schwellung und letztendlich zur Ruptur (zum Aufreißen) des Haarbalgs, wodurch Keratin und Bakterien in die umliegenden Unterhautschichten gelangen. Das körpereigene Abwehrsystem wird aktiviert und es kommt zu einer Entzündung. Im Verlauf werden immer mehr entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet und es kommt zu einer anhaltenden (chronischen) Entzündung mit Ausbildung von Abszessen und Fisteln im weiteren Krankheitsverlauf.

Welche Risikofaktoren begünstigen das Auftreten von Akne inversa?

Zur Entstehung der Akne inversa können verschiedene Faktoren führen. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem das Alter und Geschlecht der Betroffenen, erbliche und hormonelle Faktoren und Dispositionen (Veranlagungen) sowie der Lebensstil. Insbesondere zwischen Rauchen, Übergewicht und Akne inversa scheint es einen Zusammenhang zu geben, der jedoch noch nicht abschließend geklärt ist. Tatsächlich gibt es kaum Betroffene, die nicht Raucher, Ex-Raucher oder Passivraucher sind. Übergewicht scheint durch eine erhöhte Schweißbildung und Reibung der Haut einen ungünstigen Einfluss zu haben.

Kann es nach einer radikalen Exzision des Entzündungsgewebes zu einem Rezidiv kommen?

Auch nach einer radikalen Operation sind Rezidive möglich. Abhängig von der Radikalität der Operation zeigt eine Sekundärheilung eine Rezidivrate von durchschnittlich bis zu 30%. Je nach Lokalisation scheint sich die Rezidivrate zu unterscheiden. Während sie axillär bei ca. 3% liegt, treten inguino-perineal und submammär Rezidive bei ca. 35% bzw. 50% auf.

Grundsätzlich gilt: je radikaler operiert wird um so geringer das Rezidivrisiko!

Sollte ich auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten?

Pauschaldiäten sind zu meiden! Nahrungsmittel sollten nur dann gemieden werden, wenn ein eindeutiger klinischer Verdacht besteht d.h. nach Identifikation allergologisch relevanter Allergene und entsprechender Testung (Reibe-, Prick- und Rast-Test), Auslass- und Provokationsdiät. Die Relevanz des Allergens sollte alle 2 Jahre erneut untersucht werden.

Das Wichtigste für die Ernährung ist die Selbsterfahrung des Patienten mit seiner Erkrankung!

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